myVitali im Haus der Generationen in Götzis

Fernueberwachung Gesundheitsdaten06

Die Idee
Die Idee zum Projekt entstand im Oktober 2008 in einem Gespräch zwischen LR Dr. Greti Schmid und MASSIVE ART GF Oliver J. Wolff. In mehreren Folgegesprächen und mit der Unterstützung von Hrn. Peter Hämmerle (Amt der Vorarlberger Landesregierung, Leiter Fachbereiche Senioren, Pflegesicherung und Sozialhilfe) und Fr. Carmen Hammouda (Amt der Vorarlberger Landesregierung, Fachbereich Sozialhilfe, Hauskrankenpflege, Statistik und IFS-Beratung) konnte der Kontakt zu den Sozialdiensten Götzis aufgebaut werden.

Der Test wird im Haus der Generationen in Götzis durchgeführt, die Schlüsselperson dabei ist Fr. Ruth Weiskopf (Pflegeleitung), die ihr ganzes Engagement dem Projekt zur Verfügung stellt und die Auswahl der Probanden vornimmt. Volle Unterstützung erhält sie dabei von Hrn. Martin Herburger (Heimleitung).

Wissenschaftlicher Anspruch
Für die Gewährleistung des wissenschaftlichen Anspruchs und die unabhängige Beurteilung des Testerfolgs konnte Dr. Guido Kempter von der FH Vorarlberg gewonnen werden. Die FH begleitet den Piloten mit einer wissenschaftliche Studie und unterzieht das System diversen Untersuchungen mit Fokus auf Benutzerfreundlichkeit und (barrierefreie) Zugänglichkeit.

Zur Evaluierung des Nutzens und der Alltagstauglichkeit des Systems werden vor Projektstart, während der Testphase und nach Abschluss des Feldtests Erhebungen durchgeführt. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl, das subjektive Gesundheitsempfinden, die einfache und intuitive Bedienbarkeit von System und Messgeräten und Veränderungen im sozialen Gefüge.

Die Probanden
Von den insgesamt zwölf Probanden (zwischen 55 und 90 Jahren) wurden 4 Referenzpersonen ausserhalb des Tests im Umfeld der Familien der Probanden ausgesucht. Alle Probanden bzw. jede Familie wurde zu Beginn des Testzeitraumes mit einem myVitali-System ausgestattet. Dieses besteht im einzelnen aus einem Touchscreen-PC mit installierter Übertragungssoftware, verschiedenen medizinischen Geräten zur Messung von Blutdruck, Blutzucker, Gewicht, Körperfett, - wasser und Muskelmasse. Die Systeme wurden im Haus der Generationen bzw. bei den Probanden zu Hause installiert. Durch persönliche Einschulung und fortlaufende Betreuung der Benutzer von myVitali wird ein reibungsloser Ablauf gewährleistet.

Der Großteil der Benutzer war von Anfang an hochmotiviert. Schon nach kurzer Zeit erhielten wir Rückmeldungen über die positiven Auswirkungen bei einzelnen Probanden. Neben Gewichtsreduktion und der erfolgreichen Motivation zu mehr Bewegung verhalf myVitali in einzelnen Fällen auch zu mehr Transparenz über kritische Gesundheitsparameter. So wurde in mehr als einem Fall festgestellt, dass der Blutzucker des öfteren grenzwertig ist. Dies führte in der Folge zu einer Bewusstseinsbildung und einer Umstellung der Ernährungsgewohnheiten.

Das Interesse der Probanden an ihrer Gesundheit und am System an sich führte in mehreren Fällen zu nützlichen Hinweise und Verbesserungsvorschlägen. Diese fließen umgehend in die Weiterentwicklung ein und kommen teilweise den Probanden schon während des Tests zu gute.

Damit wird MASSIVE ART seiner selbst auferlegten Rolle gerecht, nämlich den Benutzer in den Mittelpunkt der Systembetrachtung zu stellen und gemeinsam mit dem Benutzer das System weiterzuentwickeln und zu perfektionieren. MASSIVE ART nennt diesen Ansatz "Human Information Design".

Neben den Probanden arbeiten teilweise auch jüngere Familienmitglieder (erwachsene Kinder) als Referenzpersonen mit myVitali. Da das Frontend von myVitali komplett webbasierend konzipiert ist, kann auf die Daten standortunabhängig zugegriffen werden. Damit können die Referenzpersonen - wenn von den Probanden genehmigt - auch von ihrem eigenen Zuhause aus mitverfolgen, wie sich Gesundheit und Vitalität von Eltern oder Großeltern entwickelt bzw. ob auch regelmäßig Messungen gemacht werden.