Virtueller Gesundheitswächter

Fernueberwachung Gesundheitsdaten06

Seniorenfreundlich. "Fernüberwachung" medizinischer Daten möglich

"Vitali" ist ein ganz Netter und sehr besorgt um seine betagte Kundschaft. Wenn bei Paula Ender der Blutdruck in die Höhe schießt, rät er ihr, sofort zu einem Spaziergang an der frischen Luft. Und die 74 Jährige aus Mäder tut, was der virtuelle Gesundheitswächter empfiehlt. Schließlich möchte sie den Lebensabend solange wie möglich im eigenen Heim verbringen. Genau darauf zielt "myVitali" ab. Es ermöglicht auf einfache Art die "Fernüberwachung" verschiedenster medizinischer Daten. Derzeit läuft in Zusammenarbeit mit dem "Haus der Generationen" in Götzis ein Pilotversuch, an dem sich zwölf Testpersonen beteiligen.

Praxistest läuft
Erst vor Kurzem erhielt das Bregenzer Technologieunternehmen "Massive Art" für das pflegeunterstützende Projekt "myVitali" beim "ebiz e-government award 2009" den 1. Platz zugesprochen. Mittlerweile hat bereits der Praxistest begonnen. Alle Probanden wurden mit einem "myVitali" -System ausgestattet. Dieses besteht aus einem Touchscreen-PC mit entsprechender Übertragungssoftware, medizinischen Geräten zur Messung von Blutdruck, Blutzucker, Gewicht, Körperfett, Körperwasser und Muskelmasse. Die Systeme wurden in den Häusern der jeweiligen Testpersonen installiert. Die zentrale Datenbank befindet sich im "Haus der Generationen". Die fortlaufende Betreuung der Anwender soll einen reibungslosen Ablauf gewährleisten.
Das Land unterstützt den Versuch mit 15.000 Euro. "Ein Computer kann die menschliche Betreuung nicht ersetzen, aber älteren Personen zu Hause eine zusätzliche Sicherheit geben", begründet Soziallandesrätin Dr. Greti Schmid. Denn "myVitali" bietet eine lückenlose Überwachung.
Was sich bei breiter Anwendung als bedeutender Kostenfaktor in der Pflege erweisen könnte. "Die Messdaten sind auch nicht manipulierbar", versichert "Massive Art" -Geschäftsführer Oliver J. Wolff. Ebenso ist ein Zugriff darauf  durch Angehörige, Ärzte oder Betreuungsperson nur mit Genehmigung der Benutzer möglich.

Einfache Bedienung
Die Datenübertragung von den Messgeräten auf den Computer erfolgt mittels Funktechnologie. Sie bleiben über einen längeren Zeitraum gespeichert, sodass sich daraus Trends und Tendenzen abgelesen lassen. Die Bedienung ist denkbar einfach. Paula Ender legt sich das Messgerät an und braucht nur den Bildschirm leicht zu berühren, um den aktuellen Blutdruck vor Augen zu haben. Wenn er, wie etwa bei Aufregung, nach oben schnellt, taucht eben "Vitali" mit guten Empfehlungen auf. "Kommt es zu einer deutlichen Grenzwertüberschreitung, erhalten registrierte Kontaktpersonen per SMS oder E-Mail eine Benachrichtigung" beschreibt Wolff den Sicherheitsfaktor. Er betont aber gleichzeitig, dass "Vitali" den Arzt nicht ersetzt.
An die Leine genommen fühlen sich Paula und Hildebert Ender durch die regelmäßig notwendigen Messungen übrigens nicht. Demnächst gehen sie auf Urlaub. Natürlich mit den Messgeräten im Gepäck. "Diese speichern die Daten und zu Hause können sie dann auf den Computer übertragen werden", erklärt Mag. Juliane Höfle.

Begleitete Testphase
Das Projekt wird von Dr. Guido Kempter von der FH Vorarlberg begleitet. Die Testpersonen im Alter zwischen 55 und 90 Jahren sind schon begeistert. "So wurde in mehr als einem Fall festgestellt, dass der Blutzucker öfter grenzwertig ist. Dies führte prompt zu einer Umstellung der Ernährungsgewohnheiten", erzählt Höfle.

 

Das Angebot von "myVitali" im Überblick
Die zum Teil kostenpflichtigen Webtools sind in drei Versionen unter www.myvitali.com verfügbar:

Free Version: kann ab sofort über die Website gebucht bzw. bestellt werden.
Vorteil: Es kann gleich begonnen und mit bestehenden Geräten getestet weden.
Basic Version: richtet sich an Leute, die ihre Erfolge gerne selbst kommentieren und dabei möglichst wenig Zeit mit Aufschreiben aufwenden wollen.
Vorteil: die Messwerteingabe ist bei Kauf der Geräte schon automatisiert möglich.
Professional Version: richtet sich an Benutzer, die externe Unterstützung oder Betreuungsperson (Familienmitglieder, Personal Trainer, Arzt etc...)
Monatliche Kosten für Basic bzw. Professional: 1,99 Euro bzw. 8,99 Euro

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Martina Dannheimer
Martina Dannheimer
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