Vernetzung ohne Bürokratie


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Die europäische Plattform Eureka fördert seit 25 Jahren Forschungskooperationen

Eine Start/Stopp-Technologie ist eine umweltfreundliche Angelegenheit: Wenn das Auto an der Kreuzung stehenbleibt, schaltet der Motor automatisch ab, tritt der Fahrer Kupplung oder Gaspedal, dann springt er wieder an. Jene Start/Stopp-Technologie, die zum Beispiel im Smart Micro Hybrid Drive und im Citroën C2 spritsparendes Fahren möglich machen soll, wurde in einem Eureka-Projekt entwickelt.


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Diese europaweite Kooperationsplattform für Technologieentwicklungen besteht seit mittlerweile 25 Jahren. Deswegen versucht man nun, sie wieder einmal mit erfolgreichen Projektbeispielen vor den Vorhang zu holen. Gegründet wurde Eureka, um grenzüberschreitende Aktivitäten in Sachen Forschung und Entwicklung zu ermöglichen. KMUs und Forschungseinrichtungen sollen so den geeigneten Kooperationspartner für eine Idee finden, der ihnen bei der Umsetzung möglicherweise noch fehlt. Das Thema wird im Normalfall von Eureka nicht vorgegeben.


Die finanzielle Unterstützung kommt von nationalen Fördergebern, im österreichischen Fall vom Wirtschaftsministerium. Insgesamt sind 39 Staaten und die Europäische Kommission in Brüssel derzeit Vollmitglieder dieser Plattform.


Im ersten Vierteljahrhundert von Eureka waren österreichische Unternehmen an 496 Projekten beteiligt, aktuell laufen 53. Das hiesige Eureka-Büro befindet sich in der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Deren Geschäftsführerin Henrietta Egerth lobt das Förderinstrument, "weil es heimischen Unternehmen eine internationale Kooperation ohne ressourcenbindende bürokratische Hürden ermöglicht."
Eine Beteiligung am siebenten EU-Rahmenprogramm zum Beispiel sei mit einem weitaus größeren administrativen Aufwand verbunden. Der Andrang bei Eureka scheint auch deshalb entsprechend groß zu sein.
Rund 4000 Projekte seien seit 1985 zugelassen worden, heißt es im Eureka-Sekretariat in Brüssel. Seit 1997 gibt es neben der Projektförderung auch die Möglichkeit, an sogenannten Cluster- und Umbrella-Projekten teilzunehmen. Die sind bestimmten Themen gewidmet und haben klingende Namen wie Catrene (Forschung zum Thema Mikro- und Nanotechnologie), Euripides (intelligente Systeme) oder Celtic (Telekommunikationsforschung).


Ein Eureka-Projekt mit österreichischer Beteiligung ist das Assistenzsystem "myVitali", das älteren Menschen mithilfe einer telemedizinischen Betreuung ein Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen soll.
Das dabei entwickelte Produkt ist bereits in mehreren europäischen Ländern und in Brasilien zu haben. In Russland und Südafrika steht man vor der Markteinführung. Stolz sind die Projektverantwortlichen vor allem auf die einfache Bedienung. Die älteste Userin ist 90 Jahre alt.

(DER STANDARD, Printausgabe, 7./8. 12. 2010)

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Martina Dannheimer
Martina Dannheimer
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